Contain the High Cost of Outdated Equipment | FORTNA

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Geplante Obsoleszenz: Eindämmung des Kostentreibers veraltete Anlagen

Veraltete Anlagen und Systeme gefährden den Logistikbetrieb. Erfahren Sie, wie Führungskräfte Obsoleszenz in ihre Kernstrategie integrieren, um Kosten im Griff zu behalten und ihre Unternehmen zu schützen.

von Billy Binder

Die meisten Supply-Chain-Verantwortlichen erkennen die deutlichen Warnsignale alternder Systeme: Sorter, die mehrmals pro Woche ausfallen, Software, die noch manuelle Dateneingaben erfordert, oder veraltete Technologien, die in Lager und Logistik die Auftragsabwicklung bremsen und den Durchsatz hemmen. Längst sind das keine kleinen ärgerlichen Zwischenfälle mehr, sondern klare Hinweise darauf, dass Anlagen und Systeme ihr Lebensende erreichen – und dass die Kosten steigen, je länger man diese Warnzeichen ignoriert.

In diesem FORTNA-Blog geht es darum, wie kompetitive Unternehmen genau das vermeiden. Sie treiben veraltete Systeme nicht bis an die Belastungsgrenze, sondern behandeln die Obsoleszenz als strategischen Faktor: Sie entwickeln frühzeitig einen Business Case, planen Ersatz rechtzeitig ein und investieren in Automatisierung, bevor Ausfälle zu echter Disruption führen.

Geplante Obdoleszenz - was ist das?

Geplante Obsoleszenz ist dabei nicht nur ein finanzielles Konzept, sondern die praktische Erkenntnis, dass jede technische Anlage ein Ablaufdatum hat. Die Lebensdauer von Hochleistungs-Sortern und/oder automatische Lagerbediengeräte (AS/RS) liegt meist bei 10 bis 15 Jahren, bei Software oft sogar darunter.

Systeme über ihren Lebenszyklus hinaus zu betreiben, mag kurzfristig funktionieren, führt aber unweigerlich zu höheren Wartungskosten, schwierigerer Ersatzteilbeschaffung und wachsender Ausfallgefahr. Ein Sorter wird zwar nach 15 Jahren noch laufen, aber zuverlässig und effizient ist er dann nicht mehr – und die Aussage „funktioniert doch noch“ wird vom Vorteil zum Risiko.

Unternehmen interessiert letztlich nur eines: dass Bestellungen pünktlich ausgeliefert werden. Deshalb gehört geplante Obsoleszenz von Anfang an in jede strategische Diskussion, denn ihre Missachtung wirkt sich direkt auf Leistungsfähigkeit, Betriebskosten und Kundenzufriedenheit aus.

Obsoleszenz: Finanzielle Prioritäten

Obsoleszenz-Panung ist zugleich ein operatives und finanzielles Thema. Zwei Faktoren stehen dabei im Mittelpunkt: die

  • steuerliche Abschreibung , die sicherstellen soll, dass der Wert einer Investition ausgeschöpft wird, und die
  • tatsächliche Nutzungsdauer , also der Punkt, an dem präventive Wartung keine Zuverlässigkeit mehr garantieren kann.

Beides bestimmt die Gesamtbetriebskosten, die „Total Cost of Ownership“ – und wer entlang dieser Größen plant, vermeidet Notfälle und schafft vorhersehbare, stabile Betriebsabläufe.

 

Veraltete Systeme verursachen Kosten

Wenn diese finanziellen Realitäten ignoriert werden, hat dies Auswirkungen auf die gesamte Intralogistik:

  • Ausfallzeiten: Bei durchsatzstarken Anlagen können Verluste in sechsstelliger Höhe pro Stunde vorkommen, sogar mehrere hunderttausend Euro amTag, wenn entscheidende Systeme ausfallen.
  • Manuelle Prozesse: Manche Standorte weichen auf zeitaufwändige Behelfslösungen aus, was die Produktivität senkt und die Personalkosten erhöht.
  • Datenbeschränkungen: Ohne Echtzeit-Transparenz werden Entscheidungen eher reaktiv als datengesteuert getroffen.
  • Kundenzufriedenheit: Verzögerungen bei der Auftragsabwicklung, Versandfehler und nicht erfüllte Servicelevels schaden dem Ruf der Marke und der Kundenbindung.
Overhead view of a warehouse with multiple conveyor belts and packages - FORTNA

Warum sich die Diskussion verändert hat

Historisch gesehen haben Supply-Chain-Verantwortliche selten über das Konzept der geplanten Obsoleszenz diskutiert. Die meisten Unternehmen installierten Anlagen, warteten sie und ersetzten Teile bei Bedarf. Die Systeme liefen, bis sie ausfielen. Ersatzteile wurden reaktiv verwaltet. Dieser Ansatz funktioniert heute nicht mehr. Automatisierung istso stark in den Fokus gerückt, dass Ersatzteilplanung nicht als Nebensache abgetan werden kann.

Bei einer Branchenveranstaltung, bei der FORTNA eine Session zum Thema „Führung in disruptiven Zeiten“ leitete, wurde klar, dass sich die Diskussion verschoben hat:

Was als Gespräch über Flexibilität begann, entwickelte sich zu einer klaren Botschaft – das Warten auf einen Ausfall ist keine Option mehr. Automatisierte Systeme sind geschäftsentscheidend, und "End-of-Life-Planung" muss von Anfang an fester Bestandteil jedes Projekts sein.

fortna
Man kann Automatisierung nicht mehr als einmalige Investition betrachten, die nach der Implementierung einfach läuft. Heute wird bereits bei Inbetriebnahme über das spätere Lebensende gesprochen. So lässt sich vermeiden, dass einem (Teile-)Austausch unerwartete disruptive Ereignisse folgen.

Chief Supply Chain Officer, Top Retailer

Wenn der Punkt erreicht ist, dass Warten mehr als Austauschen kostet

Unternehmen, die Technologien über ihre Nutzungsdauer hinaus einsetzen, zahlen oft höhere versteckte Kosten, darunter die Beschaffung von Ersatzteilen von Drittanbietern, die Nachrüstung von Software und die Abhängigkeit von reaktiver Wartung. Der Umgang mit Veralterung variiert in der Regel je nach Größe des Betriebs:

  • Kleinere Unternehmen (<30.000 Kartons/Tag) nutzen ihre Anlagen oft über ihre Lebensdauer hinaus und kompensieren dies durch Personaleinsatz, was riskant, aber manchmal ein gangbarer Ansatz ist.
  • Mittlere Unternehmen konzentrieren sich auf die Sammlung von Daten, um einen Business Case mit Fragen zu erstellen - z. B. „Wie kann ich die Unternehmensleitung davon überzeugen, dass sich diese Investition lohnt?“.
  • Unternehmen mit hohem Auftragsvolumen (>100.000 Kartons/Tag) bauen von Anfang an Redundanz- und Ersatzstrategien in ihre Pläne ein, denn Ausfallzeiten und Stillstände hätten katastrophale Folgen.

Ein Praxisbeispiel: Ein globales US-Bekleidungsunternehmen erhielt die Lehre auf die harte Tour, als es eine führende Herrenmodemarke übernahm und noch eine 25 Jahre alte Sortieranlage im Einsatz hatte. Sorter haben eine Lebensdauer von zehn bis 15 Jahren,. Es wurde beschlossen, die Sortieranlage weiter zu betreiben und 1,5 Millionen Dollar für Ersatzteile auszugeben. Trotz der Investition musste das System zweimal täglich heruntergefahren werden, um Überhitzung und Ausfälle zu vermeiden. Dies führte zu einem Produktivitätsverlust von zwei Stunden pro Tag. Letztendlich wurden Millionen von Dollar investiert, dennoch zahlte das Unternehmen einen noch höheen Preis in Form von täglichen Ausfallzeiten.

Group of professionals reviewing reports and data during a meeting - FORTNA

Der Business Case zur Unterstützung der Unternehmensführung

Die Absicherung von Kapital vor einem Ausfall erfordert eine klare, datengestützte AnalyseDie überzeugendsten Fälle konzentrieren sich auf die folgenden Kennzahlen:

  • Ausfallzeiten: Protokollieren Sie jeden Ausfall, um die Auswirkungen auf die Abwicklung zu berechnen. Anhand der Kosten pro Stunde Ausfallzeit z. B. lässt sich ermittlen, wie sehr sich die Ausfallstunden in Summe auswirken.
  • Umsatzverluste: Verfehlte Service-Ziel-Vereinbarungen (engl. = Level-Agreements, kurz SLA) wirken sich direkt auf die Kundenzufriedenheit aus und zeigen sich in Form von Umsatzverlusten. Verfolgen Sie beispielsweise, wie viele Bestellungen verzögert waren oder storniert wurden und multiplizieren Sie diese Zahl mit dem durchschnittlichen Bestellwert. Das gibt Aufschluss über die finanziellen Auswirkungen.
  • Ersatzteile: Sind Ersatzteile noch beim Originalhersteller erhältlich oder nur über Drittanbieter mit langen Lieferzeiten? Berechnen Sie die Umschlags- und Out-of-Stock-Quote der Ersatzteile. Deutliche Red Flag: Wenn Teile in 5–10 % der Fälle nicht am Lager verfügbar sind.
  • Wartungskosten: Vergleichen Sie die Wartungskosten (Teile + personeller Arbeitsaufwand + Notfälle) im zeitlichen Verlauf mit den Kosten für neue Geräte. Wenn die jährlichen Reparaturkosten bei 50–70 % der Kosten für Neugeräte erreichen, ist ein Austausch sinnvoll.

Der beste Überblick ergibt sich aus Entscheidungen, die auf Basis von Realdaten getroffen werden, und einer langfristigen Strategie. Betrachten Sie es wie einen Versicherungsabschluss: Niemand wartet auf ein Feuer, um sich gegen Brandschutz abzusichern. Die Obsoleszenz-Planung kostet nichts im Voraus, beginnt aber mit einer Strategie und einem soliden Business Case.

Autonomous mobile robots (AMRs) traveling through warehouse racking

Warum ist geplante Obsoleszenz aktuell so wichtig?

Automatisierung hat sich zum Rückgrat moderner Intralogistik-Prozesse entwickelt. Wenn Systeme ausfallen, sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar. Deshalb beziehen zukunftsorientierte Unternehmen die Obsoleszenz in ihre Gesamtbetriebskosten-Modelle ein. Der Fokus verlagert sich von den Vorab-Ausgaben auf die langfristige Leistung. Die frühzeitige End-of-Life-Planung hilft, kostspielige Ausfallzeiten zu vermeiden und die operativen Prozesse stabil zu halten.

Die Risiken variieren je nach Branche:

  • Einzelhandel: Ausfallzeiten behindern den Nachschub in den Filialen und führen direkt zu Umsatzverlusten.
  • Industrie: Ausfälle von Anlagen und Geräten verursachen Produktions-Stillstände und Lieferverzögerungen und beeinträchtigen außerdem die Liefersicherheit.
  • Life Sciences: Ausfallzeiten können Verstöße gegen Vorschriften nach sich ziehen oder sogar die Patientensicherheit gefährden.
  • Lebensmittel und Getränke: Durch das Verderblichkeits-Risiko führen Lieferverzögerungen in dieser Branche zu Abfallprodukten.
  • Ersatzteile: Kunden erwarten eine Lieferung innerhalb weniger Stunden. Wenn diese nicht erfolgt, bedeutet dies einen unmittelbaren Umsatzverlust.

Die Kosten veralteter Systeme übersteigen die Kosten für deren Ersatz - in allen Branchen. Moderne Automatisierung und Echtzeit-Tracking schützen SLAs, reduzieren Risiken und ermöglichen Unternehmen die Flexibilität , sich anzupassen.

Die Rolle von Lifecycle Services

Mit der richtigen Unterstützung ist das Management von Obsoleszenz einfacher. Hier kommen die Lifecycle Services ins Spiel: Sie verlängern die Nutzungsdauer von Automatisierungssystemen und bieten Führungskräften die zur Planung erforderliche Transparenz. Anstatt auf Ausfälle zu reagieren, sorgen diese Programme dafür, dass der Betrieb mit maximaler Leistung läuft. Gleichzeitig wird ein Plan für zukünftige Investitionen erstellt.

Effiziente Lifecycle Services beinhalten:

  • Präventive und korrektive Wartung zur Minimierung ungeplanter Ausfallzeiten
  • Techniker*innen vor Ort, die sicherstellen, dass Probleme sofort behoben werden
  • Ersatzteilmanagement, um Verzögerungen bei begrenzt vorrätigen Komponenten zu vermeiden
  • Software-Upgrades und -Migrationen für höchstmögliche Aktualität und Sicherheit der Systeme
  • Health Checks und Audits zur Leistungsbewertung und Red-Flag-Ermittlung

Die Vorteile gehen über die reine Aufrechterhaltung des Systembetriebs hinaus. Ein konsequent durchdachtes Lifecycle Modell ist in der Lage, die Gesamtbetriebskosten von 3–5 % der auf 1–2 % zu senken und gleichzeitig sicherzustellen, dass Obsoleszenz Teil der langfristigen Strategie ist. Um diese Vorteile zu nutzen, müssen zunächst allerdings die richtigen Fragen gestellt werden.

 

Fragen, die Führungskräfte stellen sollten

Obsoleszenz-Planung beginnt mit Transparenz. Führungskräfte sollten sich regelmäßig folgende Fragen stellen:

  1. Welche Systeme oder Geräte würden bei einem Ausfall zu sofortigen Störungen führen?
  2. Wo stehen diese Anlagen in ihrem Lebenszyklus?
  3. Wie viel Ausfallzeit gab es im letzten Jahr und welche Kosten sind damit verbunden?
  4. Bieten die aktuellen Systeme eine Bestandsverfolgung in Echtzeit oder sind sie noch auf manuelle Dateneingabe angewiesen?
  5. Gibt es eine langfristige Strategie zum Austausch von Teilen für wichtige Anlagen und Systeme?

Diese Fragen bilden die Grundlage für eine proaktive Planung. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wo Sie anfangen sollen, laden Sie die 10-Punkte-Health-Checkliste zur Automatisierung von FORTNA herunter, damit Risiken identifiziert und ein Fahrplan für die Zukunft erstellt werden kann.

Geplante Obsoleszenz als Wettbewerbsstrategie

Geplante Obsoleszenz ist kein Problem, das es zu vermeiden gilt, sondern die neue Realität. Führungskräfte, die hinter dieser Denkweise stehen, profitieren von einer schnelleren, zuverlässigeren Auftragsabwicklung und der Möglichkeit, sich an die tatsächliche Nachfrage anzupassen. Diejenigen, die sich dagegen wehren, müssen sich mit kostspieligen manuellen Behelfslösungen und ungeplanten Ausfallzeiten herumschlagen.

Kluge Führungskräfte integrieren sie bereits in die aktuelle Lifecycle- und Investitionsplanung. Sie wissen, dass sie Leistung sichert, Kosten steuert und Wettbewerbsvorteile verschafft, insbesondere in disruptiven Zeiten.

FORTNA an Ihrer Seite

Um Obsoleszenz in eine Strategie zu verwandeln, braucht es den richtigen Partner. FORTNA verfolgt einen beratenden Ansatzund hilft Unternehmen dabei, die Planung für das Ende der Betriebsdauer in ihre Kernstrategie zu integrieren. Auf Grundlage dieses Beratungsmodells entstehen Intralogistik-Prozesse, die heute Höchstleistungen erbringen und für die Herausforderungen von morgen gerüstet sind.

Über den Autor

Billy Binder, Vice President Sales - FORTNA

Billy Binder

Vice President, Sales

Der Supply-Chain-erfahrene Billy Binder verfügt über umfangreiche Sales- und Consulting-Expertise in den Bereichen Netzwerkstrategie, Transport und Operations. Als Vice President of Sales leitet er ein Team aus Sales Directors und Account Executives und unterstützt Unternehmen bei der Konzeption und Implementierung von Distributionsstrategien - leistungsfähig durch fortschrittliche Lager- und Automatisierungstechnologien. Im Fokus dabei stehen immer: Steigerung der Effizienz, Senkung der Kosten und Verbesserung des Serviceniveaus.